VfL Sindelfingen schreibt Masters-Geschichte: Klaiber und Göttermann überzeugen bei Europameisterschaft

Die Gewichtheber-Abteilung des VfL Sindelfingen hat einen besonderen Meilenstein erreicht. Mit Martin Klaiber und Annika Göttermann gingen erstmals zwei Athleten des Vereins bei einer Masters-Europameisterschaft an den Start. Beide qualifizierten sich für die Titelkämpfe im belgischen Waregem und vertraten dort die Farben Deutschlands. Mit einem vierten Platz für Martin Klaiber und einem vierten Platz für Annika Göttermann bewiesen beide Athleten eindrucksvoll, dass sie auch auf internationaler Bühne konkurrenzfähig sind.

 

Martin Klaiber überzeugt bei seiner ersten internationalen Meisterschaft – jahrelange Erfahrung zahlt sich aus

Der Weg dorthin begann bereits vor vielen Jahren. Im Alter von 17 Jahren entdeckte Martin Klaiber seine Leidenschaft für das Gewichtheben. Bis zu seinem 34. Lebensjahr stand er für den SV Fellbach auf der Wettkampfbühne und absolvierte rund 130 Wettkämpfe. In dieser Zeit sammelte er zahlreiche Erfolge, darunter mehrere Bezirksmeistertitel sowie Baden-Württembergische Meistertitel.

Nach einer längeren Pause von 2000 bis 2016 kehrte Martin zum Gewichtheben zurück. Seit 2016 ist er beim VfL Sindelfingen aktiv und fand dort seine Begeisterung für den Wettkampfsport wieder. Seitdem unterstützt er die Mannschaft des VfL bei zahlreichen Wettkämpfen und ist zu einer wichtigen Stütze des Teams geworden. Auch für Sindelfingen konnte er weitere Bezirksmeister- und Baden-Württembergische Meistertitel gewinnen.

Anfang des Jahres entschied sich Martin für eine neue Herausforderung: die Teilnahme an der Masters-Europameisterschaft. Die Vorbereitung lief über viele Monate konzentriert und ohne größere Rückschläge. Im Februar folgte dann die offizielle Qualifikation.

Eine besondere Aufgabe wartete in der letzten Woche vor dem Wettkampf. Für den Start in der Gewichtsklasse bis 79 Kilogramm musste Martin noch drei Kilogramm Körpergewicht reduzieren. Auch diese Herausforderung meisterte der erfahrene Athlet ohne größere Probleme.

Am 20. Juni ging es gemeinsam mit seiner Frau und Trainer Sebastian nach Waregem. Trotz der extrem heißen Wettkampfhalle ließ sich Martin nicht beeindrucken.

Im Reißen zeigte Martin einen souveränen Wettkampf. Mit gültigen Versuchen über 68 kg, 73 kg und 77 kg legte er eine starke Grundlage für eine gute Platzierung. Auch im Stoßen startete er sicher. Die Versuche über 88 kg und 93 kg waren gültig und brachten ihn weiter nach vorne. Im dritten Versuch wagte Martin dann den Angriff auf das Podium und ließ 98 kg auflegen – ein Gewicht, das er zuletzt vor rund 25 Jahren auf einer Wettkampfbühne bewältigt hatte. Der Umsatz gelang stark, doch beim Ausstoß konnte der Versuch nicht regelkonform beendet werden. Die Kampfrichter werteten den Versuch mit 2:1 als ungültig. Damit verpasste er zwar knapp den Sprung auf das Podium, durfte sich aber über einen hervorragenden vierten Platz freuen.

Trotz der knapp verpassten Medaille war die Freude groß. Für Martin Klaiber war es die erste Europameisterschaft, für den VfL Sindelfingen gleichzeitig die erste Teilnahme eines Athleten an einer solchen internationalen Masters-Meisterschaft.

„Martin hat gezeigt, was mit Erfahrung, Trainingsfleiß und Leidenschaft möglich ist“, so das Fazit seines Trainers. Der VfL Sindelfingen ist stolz auf seinen Athleten und freut sich auf weitere starke Auftritte von Martin Klaiber auf der Wettkampfbühne.

 

Annika Göttermann: Von CrossFit zur EM-Bühne

Auch Annika Göttermann schrieb Vereinsgeschichte. Seit 2023 hebt sie für den VfL Sindelfingen und entwickelte sich schnell zu einer der wichtigsten Athletinnen im Team.

In den Ligawettkämpfen ist Annika eine der zuverlässigsten Punktelieferantinnen und gehört zu den Top-Frauen der Sindelfinger Mannschaft. Mit konstanten Leistungen und großem Einsatz hat sie sich zu einer festen Größe im Team entwickelt.

Vor ihrer Zeit beim Gewichtheben war Annika im CrossFit aktiv. Der Wechsel zur Hantelplattform gelang ihr jedoch hervorragend. Durch ihre Athletik, Technik und Trainingsdisziplin konnte sie sich schnell im Wettkampfsport etablieren.

Der nächste große Schritt folgte im März bei der Deutschen Meisterschaft in Riesa. Dort zeigte Annika eine herausragende Leistung und sicherte sich den ersten Platz. Mit diesem Erfolg qualifizierte sie sich souverän für die Masters-Europameisterschaft.

Bei der EM trat sie in der Altersklasse W35 bis 48 kg Körpergewicht an. Trotz der starken internationalen Konkurrenz zeigte Annika einen konzentrierten und technisch sauberen Wettkampf. Bereits im Reißen präsentierte sie sich in starker Form. Die Nervosität hielt sich in Grenzen, Fokus und Konzentration waren während des gesamten Wettkampfs auf höchstem Niveau. Mit gültigen Versuchen über 42 kg, 44 kg und schließlich 46 kg meisterte sie alle drei Reißversuche und legte damit die Grundlage für ein Spitzenergebnis.

Im Stoßen entschied sich Annika gemeinsam mit ihrem Trainer bewusst für eine offensive Taktik, um die Chance auf einen Podestplatz zu wahren. Der Einstieg mit 58 kg gelang souverän und brachte sie in eine aussichtsreiche Position. Anschließend wurden 60 kg und 62 kg aufgelegt, um den Angriff auf die Medaillenränge zu wagen. Beide Versuche wurden jedoch von den Kampfrichtern jeweils mit 2:1 Stimmen als ungültig gewertet. In beiden Versuchen werteten die Kampfrichter eine leichte Instabilität in der Endposition als Nachdrücken und entschieden jeweils auf „ungültig“.

Trotz der knapp verpassten Steigerungen zeigte sich Annika mit ihrer Leistung sehr zufrieden. Mit 46 kg im Reißen und 58 kg im Stoßen erzielte sie starke 104 kg im Zweikampf und belegte damit einen hervorragenden vierten Platz bei ihrer ersten Masters Europameisterschaft.

Damit bestätigte sie ihre beeindruckende Entwicklung der vergangenen Jahre und bewies eindrucksvoll, dass sie auch auf internationaler Bühne zur erweiterten Spitze ihrer Alters- und Gewichtsklasse gehört. Besonders bemerkenswert ist dabei ihr sportlicher Werdegang: Innerhalb von nur zwei Jahren entwickelte sich Annika von einer CrossFit-Athletin zur Deutschen Meisterin und EM-Vierten. Mit ihrem vierten Platz bei der Europameisterschaft setzte sie ein weiteres Ausrufezeichen und unterstrich ihre Bedeutung für die Gewichtheber-Abteilung des VfL Sindelfingen.

Mit ihren Leistungen in Waregem haben Martin Klaiber und Annika Göttermann nicht nur persönliche Erfolge gefeiert, sondern auch ein Stück Vereinsgeschichte geschrieben. Die beiden ersten EM-Teilnehmer des VfL Sindelfingen zeigten eindrucksvoll, dass sich jahrelange Erfahrung, konsequentes Training und Leidenschaft für den Gewichthebersport auch auf internationaler Bühne auszahlen.

Nachwuchs-Elite stemmt in Haßloch: Teamgeist und neue Bestmarken beim DGJ Supercup

Am vergangenen Wochenende, dem 27. und 28. März 2026, wurde das pfälzische Haßloch zum Epizentrum des deutschen Gewichtheber-Nachwuchses. Beim traditionsreichen DGJ Supercup sowie der parallel ausgetragenen Deutschen Meisterschaft der Länderauswahlmannschaften kämpften die stärksten Talente der Republik nicht nur um Medaillen, sondern vor allem um die Ehre ihrer Landesverbände.

Der Supercup gilt seit jeher als Schaufenster für die Arbeit in den Stützpunkten. Hier zählt nicht nur die Einzelleistung, sondern das geschlossene Auftreten als Team. Die Stimmung in der Halle war entsprechend geladen: Lautstarke Anfeuerungsrufe und eine bebende Plattform begleiteten die Athleten durch die Versuche im Reißen und Stoßen.

Kaito Möhle verpasst Podest knapp – überzeugt aber mit Bestleistung
Auch der VfL Sindelfingen schickte mit Kaito Möhle ein vielversprechendes Talent ins Rennen. Möhle trat im starken Teilnehmerfeld des Jahrgangs 2010 an und lieferte sich einen packenden Zweikampf mit der Konkurrenz.
Seine Bilanz des Wochenendes kann sich sehen lassen:
Im Reißen zeigte er mit einer eingestellten Bestleistung von 92 kg hielt er den Anschluss an die Spitzengruppe und bestätigte seine Topform.
Im Stoßen legte er noch eine Schippe drauf: Mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 121 kg setzte er ein Ausrufezeichen und bewies seine Nervenstärke in der zweiten Teildisziplin.
In der Gesamtabrechnung reichte es für Möhle zu einem beachtlichen vierten Platz. Auch wenn der Sprung auf das Podest diesmal noch knapp verwehrt blieb, unterstreicht die neue Bestmarke im Stoßen seine positive Entwicklung und lässt auf ein starkes Jahr hoffen.

 

Gold-Glanz in Riesa: Annika Göttermann krönt sich zur Deutschen Meisterin

RIESA / SINDELFINGEN – Die Stadt Sindelfingen hat eine neue (und alte) Deutsche Meisterin: Bei den nationalen Titelkämpfen der Masters im Gewichtheben in Riesa dominierte Annika Göttermann ihre Konkurrenz und sicherte sich souverän den ersten Platz.

In der Altersklasse W35 (Gewichtsklasse bis 48 kg) stellte Göttermann einmal mehr ihre Ausnahmestellung unter Beweis. Mit einer konzentrierten Leistung im Reißen legte sie den Grundstein für den Erfolg und brachte 44 kg sicher in die Wertung.

Nervenkrimi beim Stoßen

Der Weg zur Goldmedaille blieb jedoch bis zum Schluss spannend. Während der erste Teil des Wettkampfs reibungslos verlief, sorgte das Stoßen für einen kurzen Schreckensmoment: Die Kampfrichter gaben ihren ersten Versuch ungültig. In einer Sportart, in der Nuancen über Sieg und Niederlage entscheiden, hätte dies den Rhythmus brechen können.

Doch Göttermann bewies eiserne Nerven. Unbeeindruckt vom Fehlstart korrigierte sie ihre Technik und erhielt für den zweiten sowie den dritten Versuch (beendet mit starken 58 kg) die volle Zustimmung des Kampfgerichts.

Ticket für die Europameisterschaft gelöst

Mit einer Zweikampfleistung von insgesamt 102 kg ließ sie die Konkurrenz hinter sich. Neben dem deutschen Meistertitel gab es für die Sindelfingerin noch einen weiteren Grund zur Freude: Die erbrachte Leistung dient gleichzeitig als offizielle Qualifikation für die anstehende Europameisterschaft der Masters in Belgien.

Ihr Trainer zeigte sich nach dem Wettkampf sichtlich stolz:

„Annika konnte ihre Nervosität hervorragend im Griff behalten und zeigte einen starken Wettkampf. Sindelfingen hat erneut eine Deutsche Meisterin!“

Rekordjagd zum Saisonabschluss: VfL-Heber glänzen beim neuen Meister

Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel beim Favoriten, doch der VfL Sindelfingen verkaufte sich teuer: Zum Saisonabschluss der Gewichtheber-Landesliga unterlagen die Sindelfinger zwar dem Nice Lifting Club (NLC) Göppingen, glänzten aber mit einer Flut an persönlichen Bestleistungen. Während der NLC Göppingen mit überragenden 448,0 Punkten den Tagessieg und damit hochverdient die Meisterschaft in der Landesliga feierte, sicherte sich der VfL mit starken 344,0 Punkten einen hochklassigen Saisonabschluss.

Abteilungsleiter Sebastian Pawlik zog ein durchweg positives Fazit: „Es war ein sehr schöner Wettkampf mit technisch hervorragenden Versuchen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, die fast jeden Wettkampf um die 340 Punkte abgeliefert hat.“ Besonders die Präzision beeindruckte: Die erste Gruppe des VfL blieb komplett ohne Fehlversuch, und auch in der zweiten Gruppe landeten fast alle Hanteln sicher in der Wertung.

Ein Regen an persönlichen Bestleistungen

Trotz der Dominanz der Göppinger entpuppte sich der Wettkampf als wahres Rekord-Festival für den VfL. Svenja Murillo erwischte einen Sahnetag und stemmte mit 57 kg im Reißen sowie 70 kg im Stoßen in beiden Disziplinen neue persönliche Bestleistungen. Auch Anja Sienerth wuchs über sich hinaus: Mit 50 kg im Reißen und 70 kg im Stoßen markierte sie ebenfalls zwei neue Bestmarken für ihr Konto.

Besonders emotional wurde es bei Sarah Dosdall. Trotz eines straffen Zeitplans in den letzten Wochen mobilisierte sie alle Reserven. Nach starken 60 kg im Reißen stieß sie sensationelle 77 kg – eine neue persönliche Bestleistung, die lautstark bejubelt wurde.

DM-Kurs und technische Souveränität

An der Spitze der Sindelfinger Riege präsentierte sich Annika Göttermann in Topform. Mit 46 kg im Reißen und 60 kg im Stoßen bewies sie enorme technische Stabilität und unterstrich, dass sie sich klar auf Kurs Richtung Deutsche Meisterschaft befindet. Ebenso zuverlässig agierte Joana Singer, die ihre Klasse als Reißerin unter Beweis stellte und die 50 kg bereits im zweiten Versuch souverän meisterte.

Bei den Männern gab es ebenfalls Grund zur Freude: Oliver Murillo überzeugte mit 70 kg im Reißen sowie 90 kg im Stoßen. Den Schlusspunkt setzte Routinier Thomas Hoffmann. Dass man von jahrelanger technischer Ausbildung zehren kann, bewies er auch ohne volles Training: Mit soliden 117 kg im Stoßen brachte er die schwersten Lasten des Teams zur Hochstrecke.

Dank an das gesamte Umfeld

Nach einer Saison voller Leidenschaft bedankte sich der Abteilungsleiter ausdrücklich bei allen Heberinnen und Hebern sowie dem gesamten Team im Hintergrund. Ein besonderes „Herzliches Dankeschön“ ging an die Helfer, Scheibenschieber und Gönner der Abteilung. Mit dieser stabilen Basis und der Gewissheit, auch gegen den neuen Meister aus Göppingen gut mitgehalten zu haben, blickt der VfL Sindelfingen bereits jetzt voller Vorfreude auf die kommende Saison.